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Katia Mann war doch nur „Zubehör“

Zwei Biografien der Dichtergattin / Kritik FAZ

© Die Berliner Literaturkritik, 15.03.03

 

FRANKFURT AM MAIN (BLK) -- Gut recherchiert seien die beiden Biografien „Frau Thomas Mann“ von Inge und Walter Jens und „Katia Mann. Die Frau des Zauberers“ von Kirsten Jüngling und Brigitte Roßbeck. Vor allem die Genese ihres großbürgerlich-selbstsicheren Rollenbewusstseins im Elternhaus wird anschaulich dargestellt, schreibt Ernst Osterkamp in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Katia Mann habe ein „kompliziertes Leben in einem komplizierten Jahrhundert an der Seite eines komplizierten Mannes mit komplizierten Kindern geführt“ und sei dabei immer einer eisernen Selbstdisziplin gefolgt. Die Autoren beider Werke waren sich, so der Kritiker, der Schwierigkeit bewusst, das Leben der Frau zu rekonstruieren, die hauptsächlich aus den Tagebüchern ihres Mannes bekannt ist.

Viel Forschungsaufwand hätten sie betrieben und dabei auch viel Interessantes zutage gebracht, so zum Beispiel den Briefwechsel mit der Mutter. Letztlich gelingt es aber nach Meinung des Rezensenten auch ihnen nicht, Katia Mann als einen Menschen zu zeigen, der vielleicht noch etwas anderes war als ein „Zubehör“ ihres berühmten Mannes, wie sie es selbst gerne von sich sagte. (kil/tür)

Weitere Zusammenfassungen von Rezensionen deutschsprachiger Tageszeitungen gibt es in der Presseschau.

Literaturangaben:
JENS, INGE / JENS, WALTER: Frau Thomas Mann. Das Leben der Katharina Pringsheim. Rowohlt Verlag, Reinbek 2003. 352 S., €19,90.
JÜNGLING, KIRSTEN / ROßBECK, BRIGITTE: Katia Mann. Die Frau des Zauberers. Propyläen Verlag, München 2003. 416 S., €22.

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